Montag, 6. Februar 2012

Tunke aus Kolumbien - Boronia version costeña

Liebe Grüße an alle aus Kolumbien. Ich befinde mich immer noch in diesem schönen Land, genauer gesagt inzwischen in Cartagena, die Stadt der Liebe Lateinamerikas und die wohl schönste des gesamten Landes!
Mein Alltag wird begleitet von karibischem Flair und viel, viel Sonne. Nein, ich vermisse Deutschland bei -14 Grad gerade überhaupt kein bisschen!

Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich hier auch die Möglichkeit zum Kochen habe und somit gerne eine kolumbianische Speise zum aktuellen Kochtopf-Event "Tunken" beitragen möchte.

Nicht nur, dass diese kolumbianisch ist, sie ist sogar richtig costensisch [costeña], so wie alles hier bezeichnet wird, was von der Küste, eben von Cartagena kommt.


"Boronia" ist wirklich ein Wahnsinnsschmaus. Könnt ihr euch vostellen wie ein Mix aus Aubergine und reifer Kochbanane schmeckt? Vermischt mit Basilikum, Knoblauch, Tomaten, Zwiebeln und dazu mit Käse überbacken? Ich konnte es kein bisschen, und es ist soo lecker!


Auch in Kolumbien tunkt man gerne, ich tat es hier mit Brot in einen Auberginen-Kochbananen-Dipp. Da ich keinen Ofen in meinem kleinen Apartment habe, habe ich den Käse nur so darüber gestreut. Das schreit nach Wiederholung und die kommt ganz bestimmt, wenn ich wieder daheim bin. Das dauert zum Glück noch ein kleines bisschen... :)

Blog-Event LXXIV - Tunken (Einsendeschluss 15. Februar 2012)


Zutaten
  • 3 reife Kochbananen
  • 3 Auberginen
  • 2 Tomaten
  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • Salz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 1/2 Bund Basilikum
  • 50-100 g Parmesan oder Mozzarella
  • Olivenöl
  • Butter
  • Brot


Zubereitung

  1. Den Ofen auf 200 Grad vorheizen. Die Auberginen halbieren und kreuzweise einschneiden. Mit etwas Olivenöl bestreichen und für 30 Minuten in den Ofen geben. Etwas abkühlen lassen und das Auberginenfleisch mit einem Löffel auskratzen.
  2. Die Kochbananen schälen und in Stücke schneiden. Etwas Butter in einer Pfanne erhitzen und die Bananen 15-20 Minuten bei mittlerer Hitze anbraten, bis man sie zu einem Muß zerdrücken kann. In einer Schüssel mit den Auberginen vermischen.
  3. Knoblauchzehen und Zwiebel schälen und fein würfeln. Tomaten waschen und ebenfalls würfeln. Öl in einer Pfanne erhitzen und alles anbraten. Wenn die Zwiebeln glasig sind unter das Auberginen-Bananen-Gemisch rühren.
  4. Basilikum waschen und fein hacken. Ebenfalls unterrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  5. Den Dipp mit dem Käse bestreuen und bei 150 Grad im Ofen kurz überbacken, bis der Käse geschmolzen ist.
  6. Mit Brot servieren.

Samstag, 4. Februar 2012

Kolumbien - Almojábanas

Neben pandeyuca ist eine Almojábana etwas überaus köstliches, was einem in seinem kolumbianischen Alltag passieren kann. Die besten Almojábanas habe ich übrigens in Buga gefrühstückt, wo eine der wichtigsten Kirche Kolumbien steht, vor einem hübschen Platz mit Schachbrettmuster.


Sie bestehen überwiegend aus Maismehl, sowie einen Teil Maisstärke und weißen Käse. Die besondere Zutat ist sicherlich cuajada. Im Internet gibt es verschiedene Versionen, wie man cuajada ersetzen kann. Dieser Blog mit kolumbianischen Rezepten erklärt sogar, wie man cuajada selbst machen kann:

"Cuajada: Milch in einen großen Topf geben, bei niedriger Hitze solange erhitzen, bis sie cremefarbig ist (Farbe wie kurz nach dem Melken, meint die Köchin). Vom Feuer nehmen und das Milchlab oder die Zitrone dazu, um die Milch zum Gerinnen zu bringen. Die verdickte Flüssigkeit durch ein Sieb gießen, dabei mit einem Teller oder Holz beschweren, damit nur noch die cuajada übrig bleibt (ähnlich, aber anders als unser Quark, fester)."

Wem das zu aufwendig ist, kann es vielleicht mit Quark versuchen.
Mein kleines kolumbianisches Rezeptheft verrät wie man Almojábanas auch zu Hause machen kann, was ich leider erst ausprobieren werde, wenn ich wieder in Deutschland bin. Ich hoffe, dass die Umrechnung der Maßen stimmt.


Zutaten
  • 300 g (2 tazas) Maismehl (masa de maíz trillado)
  • 140 g (1 taza) Yuca-Stärke
  • 360 g (3 tazas) queso blanco (Schafskäse)
  • 360 g (3 tazas) cuajada
  • 2 Eier, geschlagen


Zubereitung

  1. Alle Zutaten miteinander vermischen, bis ein weicher Teig entstanden ist. Wenn dieser zu trocken ist, etwas Milch hinzufügen.
  2. In 25 Portionen teilen und zu Kugeln formen. Diese auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und bei 150 Grad ca. 15 Minuten backen, bis sich aufgegangen und gold-braun sind.

Freitag, 3. Februar 2012

Kolumbien - Pandeyuca

Pandeyuca findet man eigentlich in ganz Kolumbien, aber vor allem die Stadt Tunja ist berühmt für seine Yuca-Brötchen.

Sie werden aus Yuca-Stärke (almidón de yuca agrio) und Käse gemacht und sind damit ähnlich saftig, wie Croissants. Ihre Form ist ebenfalls ein Halbmond.


Ich liebe Pandeyuca, sie müssen aber ganz frisch sein, sie werden bevorzugt warm gegessen, also perfekt für alle die nicht warten können: aus dem Ofen in den Mund. :) Innen haben sie in der Mitte ein Loch und sind ganz pfluffig.

Ich habe mir inzwischen ein kleines Heft mit kolumbianischen Rezepten gekauft, das auch eines für pandeyuca enthält. Ich werde es ausprobieren, wenn ich wieder zu Hause bin. Den weißen Käse, der hier "queso salado costeno" genannt wird, werde ich wohl mit Schafskäse ersetzen.


Zutaten

  • 450 g Yuca-Stärke
  • 450 g weißer Käse, zerbröselt
  • 110 g Margarine
  • 5 Eier, geschlagen
  • 6 TL Zucker
  • 240 ml Milch
  • 1 TL Backpulver

Zubereitung
  1. Alle Zutaten miteinander verrühren. Falls es nötig ist etwas mehr Stärke oder Milch hinzufügen. 15 Minuten stehen lassen.
  2. Den Teig in Streifen schneiden und diese zu einem Halbmond formen. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und bei 175 Grad Celsius 20 Minuten backen, bis die Brötchen aufgegangen und gold-braun sind.

Sonntag, 29. Januar 2012

Kolumbien - Canelazo (alkoholisches, heißes Zimtgetränk)

Wie bei uns in Deutschland in der Weihnachtszeit vor allem Glühwein getrunken wird, wird in Kolumbien in den kühleren Gegenden canelazo serviert, da er schön wärmt.


Der Name verrät schon das Hauptcharakteristikum dieses Getränks: canela bedeutet Zimt.

Weiterhin wird aguadiente beigemischt, DER kolumbianische Schnaps. In dem Cafe, in dem wir canelazo probiert haben, wurde er uns jedoch mit Rum oder mit Brandy angeboten. Somit können auch alle, die nicht zufällig eine Flasche aguadiente bei sich im Schrank stehen haben, canelazo mal ausprobieren. :) Vor allem für Zimtfans ein Muss!

Ein Rezept habe ich einem deutschen Blog mit kolumbianischen Rezepten gefunden. Man benötigt auch Panela, das man sicherlich in vielen lateinamerika-Läden findet.


Zutaten
  • 3 Tassen Aguadepanela (Zuckerwasser aus panela)
  • 1 Schnapsglas Aguardiente/Rum/ Brandy (oder je nach Gusto)
  • 6 Zimtstangen
  • 3 Gewürznelken
  • Orangenschale (ev.)


Zubereitung

  1. Zuerst das aguadepanela zubereiten (einfach panela und Wasser kochen); danach Zuckerwasser mit Schnaps mischen, Zimtstangen, ev. auch Gewürznelken und ein bisschen Orangenschale hinzugeben und erwärmen (darf nicht kochen).
  2. In Gläsern oder Tonbechern servieren, deren Rand vorher mit Zitronensaft oder sonstiger Flüssigkeit benetzen und in Zucker tauchen. Zimt, Nelken und Orangenschale vor Servieren entfernen.

Samstag, 28. Januar 2012

Kolumbien - Ceviche de Camarones oder besser: kolumbianscher Garnelen-Cocktail

Voller Vorfreude wurde ich in Bogotá in ein Fischrestaurant mitgenommen, um endlich endlich Ceviche essen zu können. Während meiner Zeit in Costa Rica bin ich oft und sehr gerne in den Genuss von Ceviche gekommen, wo er mit rohem Fisch, Limettensaft und viel Koriander zubereitet wird. Durch die Säure gart der Fisch, der total frisch schmeckt. So mag ich Ceviche, so hatte ich mein Ceviche auch in Kolumbien erwartet.

Zu meiner Überraschung wurde mir eine große Schüssel Shrimps in einer roten, cremigen Sauce serviert.


Inzwischen habe ich durch mein Heft mit kolumbianischen Rezepten gelernt, wie Ceviche in Kolumbien gerne gegessen wird. Und zwar mit Tomatensauce und Mayonnaise. Vielleicht mehr ein Shrimps-Cocktail, als das was man unter Ceviche versteht? Ich würde auf jeden Fall noch ordentlich Koriander untermischen!


Zutaten
  • 450 g Tiger-Garnelen (auf jeden Fall groß!)
  • 1 Zwiebel, fein gehackt
  • 1/2 Knoblauchzehe, fein gehackt
  • 120 ml Limettensaft
  • 150 ml passierte Tomaten
  • 1 EL Mayonnaise
  • 50 ml Sahne
  • Petersilie (und Koriander), fein gehackt
  • 1/2 EL Olivenöl
  • Salzcracker


Zubereitung

  1. Die Garnelen waschen und den Darm entfernen. In heißes Wasser geben, aber nicht kochen!!
  2. Die Garnelen mit dem Limettensaft in eine große Plastikschüssel geben. Die fein gehackte Zwiebel unterrühren.
  3. Die passierten Tomaten, Mayonnaise, Sahne, Knoblauch, Petersielie, (Koriander) und das Olivenöl unterrühren.

Freitag, 27. Januar 2012

Kolumbien - Merengue-Keks: Besitos de Novia

Meine Reise brachte mich in das schöne Dorf Villa de Leyva, ca. 150 km von der Hauptstadt Bogota entfernt.

Villa de Leyva ist in kulinarischer Hinsicht vor allem für seine Besitos de Novia berühmt, Küsschen von der Freundin.

Diese werden einzeln hübsch in buntem Papier verpackt.


Hinter den besitos versteckt sich ein Merengue-Keks. Man stelle sich einen Löffelbiskuit vor, der von allen Seiten dick mit Baiser versehen ist.

Für einen Besito habe ich 500 pesos bezahlt, das sind ca. 20 cent. Die besitos werden ihrem Namen ganz gerecht, man kann gar nicht genug besitos kriegen, auch im übertragenden Sinne. :)

Leider habe ich im Internet bislange noch kein Rezept gefunden. Vielleicht stolpere ich ja noch über eines...

Mittwoch, 25. Januar 2012

Kolumbien - neue Lieblingsfrucht: Kennt ihr Granadilla?

Wie ein Schulkind fühlte ich mich, als meine Freundin mir Granadilla essen beibrachte. Weder kannte ich diese Frucht, noch hatte ich die geringste Ahnung wie man sie essen sollte.


Wie ein Ei muss man die harte Schale eindrücken, so dass man zu einer weißen Haut gelangt, die man ebenfalls mit den Fingern entfernt, bis ein Loch geformt ist, um das Fleisch auszulöffeln.


Dieses wiederum ähnelt ein bisschen an Granatapfel, ist aber total klibberig und fruchtig-süß.


Ich liebe Granadilla, esse fast jeden Tag eine zum Frühstück. Hat jemand schon mal Granadilla in Deutschland gesehen?