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Montag, 15. April 2013

Mais aus der Dose oder vom Kolben? - Pfannkuchen aus Maisteig mit Mozzarella


Jaaaa, endlich beglückt uns die Sonne nach dem ewigen Winter und lässt uns aus dem trüben Dauerschlaf aufwachen! Sofort fühle ich mich wieder in ferne, exotische Länder versetzt, wie mein geliebtes und viel bereistes Costa Rica, wo ich in einer heißen Dezembernacht kurz vor Weihnachten etwas ultimativ köstliches auf dem kleinen Gemeindefest essen konnte, und zwar Chorreadas, flache Maispfannkuchen. In Kolumbien fand ich sie unter den Namen Arepas de Maíz. Dort waren sie kleiner und dicker. Gemeinsam haben sie, dass sie aus einem Teig aus rohen und sehr Maiskörnern bestanden. Hatte ich bereits zu Hause ausprobiert und den Geschmack für sehr gut befunden, fast wie das Original. Aber zu Hause schmeckt ja nie etwas so wie in einem anderen Land.

Umso gespannter war ich auf die Variante mit Maiskörnern aus der Dose. Hier in Deutschland kann man Maiskolben ja nicht zu jeder Jahreszeit kaufen. Wenn man ohne Alternative da steht, würde ich die Maispfannekuchen wieder so machen, weil sie zusammen mit Mozzarella und am besten dicker Creme einfach köstlich schmecken. Wenn man jedoch frische Maiskolben findet, dann würde ich in jedem Fall diese verwenden!!

Das Rezept habe ich bei chefkoch gefunden und die Mehlmenge etwas erhöht, da der Teig arg dünn war. Die Kunst der lateinamerikanischen Maiskuchen jedoch ist, so wenig Mehl wie nötig zu verwenden, weil nur so der herrliche Maisgeschmack vordringen kann.
 

Zutaten
  • 1 kleine Dose Maiskörner
  • 2 Eier, getrennt
  • 50 ml Sahne
  • 50ml Milch
  • 100 g Mehl
  • 1 TL Backpulver
  • 1 Prise Salz
  • 1 Prise Zucker
  • 1 Kugel Mozzarella
  • Creme Double zum Bestreichen
  • Butter zum Ausbacken

Zubereitung
  1. Den Mais abtropfen lassen. Mit Eigelb, Sahne, Milch und Mehl pürieren und abschmecken. Zum Schluss den steif geschlagenen Eischnee unterheben und den Teig etwas ziehen lassen.
  2. In Butterschmalz kleine, goldgelbe Pfannkuchen backen, die Mozzarellascheiben noch beim Backen auf die schon fertige Seite legen und schmelzen lassen, während die andere backt. Mit Creme double servieren.

Mittwoch, 16. Januar 2013

Mein erster Glückskuchen von Marian Keyes: MaMöKoKu - Mais-Kokos-Kuchen mit einer Extraportion Möhre und Zuckerguss


Das Buch von Marian Keyes "Backen ist Glück" ist bereits bei verschiedenen Blogs rumgegeistert. Ich habe mich von dieser Stimmung tragen lassen und es mir zu Weihnachten gewünscht. Die Rezepte sind einfach der Wahnsinn: der Mais-Kokos-Kuchen war mein erster Versuch gewesen und er ist einfach grandios. Als nächstes möchte ich den Rosen-Kokos-Käsekuchen ausprobieren und den Bananen-Baiser-Pie.

Aus der lateinamerikanischen Küche kenne ich die Verwendung von Mais in süßen Gerichten, weswegen mich die Kombination gar nicht so schockte. Ich dachte "wenn schon Gemüse", dann aber richtig und raspelte noch eine Möhre in den Teig. Mit Kokosraspeln und Limettenschale sehr, sehr gut, das muss man Keyes lassen. Ich habe noch Zimt unter den Kuchenteig gemischt und den fertigen Kuchen mit Zuckerguss bestrichen (Puderzucker - Zitronensaft - Zimt) und es wurde ein 16 cm Durchmesser großes Glückstück. Weich, saftig, süß und die Maiskörner sind wirklich originell. Mein erster Kuchen und schon so gut. Ich bin gespannt wie die nächsten Rezepte werden.


Zutaten meine Version (Springform 16 cm Durchmesser)
  • 125 g Butter
  • 125 g Zucker
  • 3 Eier
  • 100 g Maiskörner (aus der Dose, abgetropft)
  • 50 g Kokosraspeln
  • 75 g Möhrenraspeln
  • 125 g Mehl
  • 1 TL Backpulver
  • 1 TL Natron
  • 1 TL Zimt
  • Zuckerguss aus Puderzucker, Zitronensaft und Zimt

Zubereitung
  1. Eine Springform fetten. Den Ofen auf 180 Grad vorheizen.
  2. Butter mit Zucker verrühren. Eier trennen. Eigelb mit dem Butter-Zucker-Gemisch verrühren.
  3. Maiskörner, Kokosraspeln und Möhrenraspeln untermischen. Mehl, Backpulver, Zimt und Natron miteinander vermischen, sieben und unterrühren.
  4. Eiweiß steif schlagen und mit einem Löffel unter den Teig heben und in die gefettete Form füllen. 30 - 40 Minuten backen und dann in der Form auskühlen lassen.
  5. Den Zuckerguss zubereiten und den Kuchen damit glasieren.

Sonntag, 26. August 2012

Lateinamerikanische Maispfannkuchen: Chorreadas oder Arepas de Choclo



Pfannkuchen aus gemahlenen Mais gibt es in vielen Ländern Lateinamerikas. In Koumbien heißen sie Arepas de Choclo, in Costa Rica Churreadas.

Das erste Mal probierte ich sie in Costa Rica und konnte gar nicht genug davon bekommen. Sooo lecker!! Während Churreadas wie Crepes dünn und groß sind und gefaltet werden, sind Arepas klein und dick. Churreadas werden mit einer Art Creme double gegessen, während Arepas gerne mit Butter bestrichen und mit weißem Käse belegt werden.



Als ich vor ein paar Tagen auf dem Markt frische Maiskolen sah, kaufte ich drei Stück und nahm mir fest vor, endlich hinter das Geheimnis der lateinamerikanischen Maispfannkuchen zu kommen. Wenn man im Internet nach Rezepten sucht, findet man viele unterschiedliche Zubereitungen: mit Milch, Eiern oder Käse im Teig.

Ich erinnerte mich an die Worte der costaricanischen Marktfrau, die ich nach der Zubereitung gefragt hatte: einfach Mais mahlen und etwas Zucker hinzufügen. Nicht mehr, nicht weniger. So hab ichs probiert und es hat geklappt. Um sicher zu gehen, fügte ich noch ein klein wenig Mehl hinzu.


Serviert habe ich in einer Art Mischform der kolumbianischen und costaricanischen Art: bestrichen mit dicker Creme und belegt mit Mozzarella, serviert im Maisblatt. Volltreffer! 100 %-er Originalgeschmack.



Zutaten
  • 3 Maiskolben (mit Maisblättern)
  • 1 TL Backpulver
  • 1 TL Zucker
  • 2-3 TL Mehl 
  • Creme fraiche
  • Mozzarella
  • Butter und Öl zum Braten

Zubereitung
  1. Mais mit Hilfe eines Messers vom Kolben schneiden. In einem Mixer ca. 5 Minuten pürrieren. Backpuver, Zucker und Mehl unterrühren.
  2. Etwas Butter und Öl in einer Pfanne erhitzen. Pro Stück 2 EL Teig rechnen und in die Pfanne geben. Mit einem Löffel rund formen. Maispfannkuchen solange von einer Seite bei mittlerer Hitze braten, bis der Rand knusprig ist und der Kuchen zu 2/3 gar (ca. 5 Minuten) Dann vorsichtig mit einem Pfannenwender umdrehen und von der anderen Seite braten.
  3. Noch warm mit Creme fraiche bestreichen und mit Mozzarella belegen.

Freitag, 10. Dezember 2010

Costa Rica kulinarisch - Chorreadas!

Es ist Weihnachtszeit und das merkt man selbst hier bei 30 Grad im Schatten unter Palmen und Strandspaziergängen.

Der Monat Dezember ist gefüllt von Festlichkeiten und seit einer Woche versammelt sich ganz Quepos täglich bei der feria vor der Kirche, wo man für wenig Geld gute costaricanische Hausmannskost serviert bekommt. Ich konnte schon ein picadillo de papaya probieren (grüne, unreife Papaya mit Hackfleisch auf Maistortillas), chicharrones (frittiertes Schwein) und Rindergulasch mit gekochter Yuca und natürlich Reis.

Das BESTE jedoch sind die Chorreadas. Inzwischen habe ich schon drei mal welche abendlich verspeist. Die feria erinnert an ein deutsches Straßenfest, jedoch viel viel kleiner. Es gibt einen kleinen Stand, der groß mit "ELOTES" (Maiskolben) und "CHORREADAS" wirbt. Ich bin den Chorreadas regelrecht verfallen und habe mich schon auf die Suche nach Informationen aus dem Netz begeben.

Chorreadas sind Pfannkuchen aus gemahlenem, süßen Mais, die mit reichlich Natilla - eine Art saure Sahne - bestrichen werden. Die saure Sahne hier hat aber rein gar nichts mit der deutschen sauren Sahne zu tun. Daheim würde ich wohl eher Frischkäse auf den Pfannkuchen schmelzen lassen.

Ich habe gestern die Dame am Verkaufsstand gefragt, wie man denn nun den Teig dieser genialen Maispfannkuchen macht. Neben gemahlenem Mais kommt noch etwas Butter, etwas Salz und Zucker al gusto hinzu. Chorreadas sind eigentlich nur leicht süß, ich würde nicht behaupten sie wären ein Dessert oder eben eine Süßspeise, obwohl ich sie für mich so abgespeichert habe.
Sie sagte, wenn man sie daheim mache, füge man noch ein Ei hinzu, damit sie nicht so kleben, aber mit Ei würden sie ihr nicht so schmecken.

Das Netz ist nicht gerade übersäht mit Churreadasrezepten. Auf diesem Blog kann man schön mit Bildern das Step-by-Step-Verfahren der Zubereitung sehen.

Dieser Blog "Cocina Costarricense" schlägt ein Rezept vor bei dem man

  • gemahlenen Mais von 8 Maiskolben
  • 1 Ei
  • geriebenen Käse
  • Zucker
  • 3 EL Mehl
  • 1/2 TL Vanille
  • 4 EL Milch

braucht. Nun, von Käse hat die Dame wirklich nichts gesagt...

Dann habe ich noch ein anderes Rezept gefunden, das folgendermaßen geht:

  • 2 Tassen frischen Mais, gemahlen
  • 1/2 Tasse Zucker
  • 1/4 Tasse Mehl
  • 2 Eier
  • 2 EL Butter
  • 1/2 Tasse Milch
  • 1/2 TL Vanille
Man muss eigentlich immer nichts weiteres machen, als alles miteinander pürrieren.

Und ich glaube mit Dosenmais gelingt es schon mal gar nicht. Da frage ich mich, ob man in Deutschland frische Maiskolben überhaupt im Winter bekommt oder ob ich mich bis zum Sommer gedulden muss, wenn die Grillsaison beginnt. Oder vielleicht kann man Popcornmais verwenden?!

Und während man so an seiner Chorreada knabbert - sie müssen ganz frisch und noch warm sein - kann man sich an den costaricanischen Tänzen erfreuen, die von einer Tanzgruppe von Senioren aufgeführt wurden. Das war wirklich ein Spaß alte Menschen so fröhlich und agil zu sehen, die mit solcher Freude ihre Tradition pflegen. Das kenne ich ehrlich gesagt aus Deutschland auch nicht.

Zum richtigen Chorreadafeeling gehört auch sicherlich das Essen von der Maishülle. Was sich für uns Europäer vielleicht etwas exotisch und origenell anfühlt hat hier den praktischen Zweck, dass man keine Plastikteller ausgeben muss und man das verwenden und auch wieder verwerten kann, was die Natur so hergibt.

So is(s)t Costa Rica - Pura Vida!